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Heil und Info-Abend Heil und Info-Abend

Warschau Messe 2015
          Warschau Messe 2015

 

 „Es geschieht nichts Gutes, außer man tut es“

(Erich Kästner)

Nächstenliebe aus dem Remstal für Bedürftige in Stuttgart


Stuttgart soll an die dreitausend Obdachlose zählen. Genau weiß das niemand - die Scheu, sich entsprechend zu offenbaren, ist oft groß. Wie viele Menschen leben trotz des Reichtums dieser Region in realer Armut, besonders oft im Alter oder der Alleinerziehung von Kindern geschuldet? Zu viele. Menschen ohne Geld am Konto, kein Essen im Kühlschrank, arbeitslos, überschuldet, alkohol-, drogenabhängig, einsam oder krank.

Für diese Geplagten öffnet die Ev. Landeskirche von Mitte Januar bis Anfang März die sog. „Vesperkirche“ (außerhalb dieser Zeit bekannt als Leonhardtskirche) und bietet zu einem Preis von knapp über einem Euro ein reichhaltiges Mittagessen, Tee, Vesperpaket, ärztliche und tierärztliche Hilfe, Friseur, etc. an – vor allem auch Wärme, Ruhe und etwas Geborgenheit.

Als Anna Mielczarczyk aus Weinstadt letztes Jahr die ‚Vesperkirche‘ besuchte, war ihr Herz angerührt von den tapferen Menschen dort, die ihr Schicksal erzählten, trotz all des Elends sich abmühten, das Leben zu meistern. Oder nur teilnahmslos da saßen und offensichtlich aufgegeben hatten.
In ihr reifte der starke Wunsch, diesen Ausgegrenzten zu helfen. Materiell, vor allem auch seelisch. Alleine? Anna erzählte, wie sie in ihrer Ratlosigkeit Gott nach seinem Weg dafür fragte; wie sie wußte, dass Gott Großes tun kann, Dinge, die für uns unmöglich erscheinen. Sie hatte keine Erfahrung in solchen Hilfsaktionen, auch nicht das Geld dafür.

Mit tatkräftiger Unterstützung vieler Freunde und ihres Glaubenskreises entstand das Konzept, winterliche Kleidung und Schuhe zu sammeln, gute Schlafsäcke, Isomatten, warme Socken und Mützen zu kaufen. Hygieneartikel für Frauen, warme Decken und alles was für ein Leben auf der Straße benötigt wird. Dazu Obst, Leberkäse, Backwaren, Süßigkeiten. Damit nach Stuttgart zu fahren und den Bedürftigen zu schenken.
Bei dieser Aktion zeigte sich das Internet mit seinen Diensten wie Facebook, WhatsApp als weiterer starker Helfer.

Seit Oktober letzten Jahres kamen Karton für Karton voll Spenden in Endersbach an - auch aus Österreich und der Schweiz, von bekannten und unbekannten Leuten. Dazu Geldspenden. „Diese Hilfsbereitschaft lieber Menschen überwältigte mich“, gestand Anna zu Tränen gerührt, „Gott möge alle segnen:“

Am 9. Dezember sollte alles verteilt werden. Die Idee für diesen Zeitpunkt ergab sich aus der bereits bestehenden Kälte um diese Zeit und dass im Januar dann ohnehin die ‚Vesperkirche‘ öffne. „Als Ort für die Verteilung wählten wir die Gegend um die Leonhardtskirche“, schilderte Anna und es stellte sich die wichtige Frage, wie man die Bedürftigen darüber informiert. „Ausgerüstet mit Infozetteln und großen Taschen voll belegter Brote und Obst machten wir uns eine Woche vorher auf den Weg nach Stuttgart, um die Benachteiligten aufzusuchen und sie auf die Aktion hinzuweisen. Doch zu unserem Entsetzen trafen wir nur ganz vereinzelt Bettler, die kein großes Interesse bekundeten.“ Nach einigen Stunden Suche drohten die Arme einzuschlafen. Sie brachen die Suche ab.
Die befragte Polizei und Security am Bahnhof deutete an, dass man für die Zeit des Weihnachtsmarktes die Innenstadt frei von Obdachlosen und Bettlern halten wolle.
„Das war schon sehr ernüchternd“, gestand Anna und man einigte sich für die Verteilung auf den 20. Januar, eine Zeit, in der täglich bis zu 1000 Bedürftige die „Vesperkirche“ aufsuchten.

An diesem Tag fuhren das Team aus 13 Helfern mit drei bis oben hin voll beladenen Bussen und Fahrzeugen zur ‚Vesperkirche‘. Innerhalb von zwei Stunden fanden Kleidung, Schuhe, die leckeren Bäckereien, das Obst, etc. dankbare Abnehmer. Es blieb kein Stück übrig.

Beinah alle Besucher stellten zuerst die Frage „Was kostet das?“ - und konnten es kaum fassen, dass es umsonst sei. „Umsonst haben wir es bekommen, umsonst geben wir es weiter“, erklärte Anna in Anlehnung an ein Wort der Bibel. Sie erzählte, wie die Beschenkten immer wieder zurückkamen und ihre große Dankbarkeit bezeugten, dass jemand für sie solches tut, auch noch für sie Zeit opfert. Es waren die strahlenden überraschten Augen, die sie besonders beeindruckten, berichteten die Helfer Annas einhellig. Was kann man doch Menschen mit Sachen, die man eigentlich bereits zum Müll rechnete, noch Gutes tun, Menschen erfreuen! Auch bei uns!

Die Bedürftigen stehen oft nicht nur in körperlicher oder materieller Not. Überdeutlich zeigte sich seelischer Hunger: das Bedürfnis nach Wärme, der Schrei nach Liebe, nach Zuhören; nach Umarmung (zählt zu den ältesten Heilmethoden) und Angenommen sein, so wie man ist. Manchesmal vielleicht nicht gerade frisch geduscht oder mit gepflegter Kleidung.
Manche kamen vorbei, erzählte Anna, um nochmal eine Umarmung, ein gutes Wort oder ein Gebet speziell für ihre Situation genießen zu können.
Anna: „Diese ‚kostenlosen‘ Geschenke scheinen für die Leute beinah hilfreicher zu sein, als die materiellen. Diese Aktion wird unser Leben verändern.“


Allen Spendern ganz herzlichen Dank! Besonders gilt er dem Mack Remstalmarkt, Edeka Reichert, der Bäckerei Schmid in Strümpfelbach und der Metzgerei Weißschuh in Waiblingen.

Mit diesem Bericht mögen Menschen erreicht werden, die ein weites Herz für Benachteiligte haben und im kommenden Jahr bei der nächsten geplanten Aktion mitspenden oder mithelfen möchten. Aus Kleinem kann so Großes für viele Notleidende werden.
Gerne können Sie sich wenden an:
Anna Mielczarczyk
Weinstadt-Endersbach
Tel.+49-162 2734774
Email: anna.praxis@gmx.de
Internet: www.anna-mielczarczyk.de

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